Weinstock, Boden und Klima

Die große Vielfalt des Bodens und des in Spanien herrschenden Klimas haben es ermöglicht, dass eine breite Palette an Weinen hervorgebracht wurde, wobei jeder einzelne Wein charakteristische Eigenschaften besitzt. Der sorgfältige Anbau der Weinstöcke in Verbindung mit gewissenhaften und immer ausgefeilteren Aufbereitungstechniken der spanischen Weine hat dazu geführt, dass sie international ein anerkanntes Prestige erreichten.

Spanien ist ein deutliches Beispiel für die enorme Anpassungsfähigkeit des Weinstockes an die verschiedensten klimatischen und geographischen Bedingungen und die Vielfalt des Bodens: von der Hitze und Trockenheit als typische Eigenschaften einiger südlicher Gebiete bis zur Feuchtigkeit des Nordens, wo der Winter auf der kastilischen Hochebene kalt und streng ist.

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Der Boden und der Weinstock

Ebenso wie es ihm mit dem Klima ergeht, so besitzt der Weinstock eine enorme Überlebensfähigkeit in einer großen Vielfalt an Böden, solange sie nicht zu feucht sind. In jedem Fall ist es für die Herstellung von Qualität erforderlich, dass der Boden geeignete Konditionen sowohl physikalischer als auch chemischer Art in sich vereinigt.

Hier müssen verschiedene Aspekte in Betracht gezogen werden, wie die Struktur, das heißt, die Art und Weise, wie die physikalischen Elemente des Bodens (Ton, Kieselsäure, Kalkstein, Humus) genutzt werden. Am besten ist diejenige Struktur geeignet, die in der Lage ist, im Boden den Umfang der für die Belüftung und Atmung der Wurzeln erforderlichen leeren Zwischenräume aufrecht zu erhalten. Ein weiteres wichtiges Element ist die Textur des Bodens, das relative Verhältnis der feinsten Elemente wie Ton, Schlamm und Sand. Sie bestimmt zusammen mit der Struktur die Kompaktizität des Bodens, die Möglichkeit und Leichtigkeit des Eindringens der Pflanzenwurzeln in die bestimmten Horizonte, die Luft- und Wasserdurchlässigkeit, die Fähigkeit, Wasser zu speichern und das überflüssige Wasser abzustoßen, usw.

Wichtige Faktoren sind ebenfalls die Tiefe, die Dicke des Terrains, der für die Wurzeln der Pflanze untersucht werden kann; die Temperatur des Bodens, die sich auf die Entwicklung der biologischen Prozesse, die im Boden stattfinden, auswirkt; die Farbe des Bodens, da ihr Einfluss auf die Temperatur und die unmittelbar in ihrer Nähe vorhandene Atmosphäre Auswirkungen hat und dadurch die endgültige Reife der Früchte beeinflusst; das Vorhandensein von Steinen oder Geröll, das die Eignung des Bodens für die Weinrebe positiv beeinflusst, da es die Bedingungen der Belüftung und die Gesundheit des Bodens verbessert; und schließlich die Komposition, da der Weinstock dem Boden Mineralien entzieht, die für seine Existenz notwendig sind und deren Menge, sei sie nun zu hoch oder zu niedrig, für die Qualität des Weines entscheidend ist.

 

Das Klima und der Weinstock

Der Weinstock kann unter den vielfältigsten und widrigsten klimatischen Bedingungen wachsen und sich erfolgreich entwickeln, Kälte und Hitze durchstehen, in einer fast wüstenähnlichen oder schneebedeckten Landschaft. Die für ihn günstigsten Umstände sind jedoch eine gemäßigte und eher trockene Umgebung mit anhaltender Helligkeit, langen Sommern und nicht allzu harten Wintern. Diese Eigenschaften sind in Spanien leicht zu finden.

Die Temperatur ist ein Schlüsselfaktor, damit der Weinstock so wichtige Funktionen entwickelt wie die Atmung, die Transpiration oder die Fotosynthese. Wenn die Temperaturen hoch sind, werden die biologische Prozesse beschleunigt und man erhält süße und likörartige Weine mit hohem Alkoholgehalt. In den höheren Gegenden, wo die Temperaturen niedriger sind, ist die Reifung schwieriger, was sich in Weinen von erheblicher Säure widerspiegelt.

Die Helligkeit, die Menge an Sonnenlicht, welche die Pflanze erhält, spielt eine wichtige Rolle in den physiologischen Vorgängen des Weinstocks. In Spanien werden außergewöhnliche Moste hervorgebracht, wo die Helligkeit sehr ungleiche Werte erreicht, die zwischen 2.000 Stunden direkter jährlicher Sonneneinstrahlung der Weingebiete des Nordens und Nordwestens der Halbinsel und mehr als 3.000 jährlichen Stunden im Golf von Cádiz und einigen Gebieten des Südostens schwanken, ein Wert, der zu den höchsten unseres Planeten zählt.

Die Niederschlagsmenge ist ein weiterer Faktor von größter Wichtigkeit in der Entwicklung des Weinstocks. Sie beeinflusst in entscheidender Weise die mengenmäßige Produktion und Qualität der Früchte. Die charakteristischen Niederschläge des Winters auf der Halbinsel begünstigen die Qualität der Weinlesen, wobei die relative Wasserknappheit des Sommers sich auf die Güte der Trauben überträgt bis zu dem Extrem, dass die besten Jahrgänge mit trockenen und heißen Sommern zusammenfallen.

Es muss die Tatsache hervorgehoben werden, dass Spanien viele Weinanbaugebiete besitzt, die von besonderen mikroklimatischen Umständen profitieren (O Rosal, Priorato, Ribera del Duero, Sanlúcar de Barrameda...), welche sich direkt auf die Qualität ihrer Weinberge auswirken. Das Relief des Bodens, die gewellte Orographie, die Anordnung der Weinstöcke an den Hängen oder in den Tiefen der Täler sind einige der Faktoren, welche ein bestimmtes Mikroklima begünstigen, das Weine von einzigartiger Qualität hervorbringt.

 

 

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